Jakobswege in Bayern

Jakobspilgerwege in Bayern

Die Bayernkarte beschreibt etwa zwanzig Wegabschnitte von Jakobspilgerwegen in Bayern. Einige davon sind in den Untermenüs beschrieben. Wenn Sie mit dem Mauszeiger auf die Untermenüs gehen,  wird Ihnen der Ausgangs- und Zielort angezeigt. Wir beschränken  uns auf eine knappe Wegbeschreibung und geben Tipps zu Kartenmaterial und Literatur. Auf dieser Website legen wir den Schwerpunkt auf die Beschreibung der  spirituellen Besonderheiten eines Weges, die auf anderen Internetseiten so nicht benannt werden. Diese spirituellen Orte am  Weg können bedeutungsvoll werden, wenn man den Weg nicht nur äußerlich gehen will, sondern auch betend mit den Füßen gehen möchte,  als Pilger oder Pilgerin eben. Wer über Bayern hinaus blicken möchte, und wer auf den Wegen in Baden-Württemberg, Frankreich oder in der Schweiz weiterpilgern möchte, dem empfehlen wir die Wegübersicht auf der Website www.deutsche-jakobuswege.de oder auf der Website der Fränkischen St.-Jakobus-Gesellschaft.

Von zu Hause nach Santiago

Pilger am WegIn Bayern verlaufen etwa acht Haupt-Jakobswege, in Richtung Südwesten, Spanien. Denn das Ziel der Jakobswege ist die Stadt Santiago de Compostela. Dort soll der Legende nach Jakobus der Ältere, ein Jünger Jesu, sein Grab gefunden haben.  Ein Gebet in der Kathedrale dort ist das Ziel vieler Jakobspilger, aber eigentlich ist schon die Erfahrung des Weges eine Gotteserfahrung. Längst nicht alle möchten oder können eine so weite Strecke pilgern oder sich eine so lange Zeit frei nehmen. Bricht man aus Bayern auf, bräuchte man gut dreieinhalb Monate zu Fuß und vierzig Tage mit dem Rad. Man kann auch kürzere Strecken pilgern und es muss nicht immer der Jakobsweg sein, den man begeht. Obwohl - dieser ist als Pilgerweg am besten ausgeschildert. Der persönliche Jakobs-Pilgerweg beginnt immer zu Hause, da, wo man aufbricht und den ersten Schritt vor die eigene Türe setzt. Manche pilgern für drei Tage, manche nehmen sich längere Etappen vor. Das hängt davon ab wie viel Freizeit man zur Verfügung hat und in welche Wegstrecke die eigene körperliche Kondition zulässt. Einem Leistungsdruck sollte man sich aber nicht unterwerfen.  Häufig kommen Pilgerinen und Pilger an Kirchen vorbei. Unser Ziel ist es, dass alle Kirchen am Weg verlässlich geöffnet sind. So laden die Kirchen ein zum Besuch. Welche das sind, erfahren Sie unter www.offene-kirchen.de.

Pilger in Kirche

Einen Jakobsweg gehen - warum?

In den letzten zwanzig Jahren haben Jakobswege unter den modernen Wanderern und Touristen einen ungeheueren Boom erfahren, nachdem das Pilgern lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Viele Menschen machen sich beim Pilgern auf die Suche nach Gott, nach ihrem Lebensziel, nach Spiritualität und Einkehr. Manche Menschen starten als Wanderer und kommen als Pilger wieder nach Hause zurück. Ihr Leben hat eine Tiefe erfahren. Denn der Weg, der in die Tiefe des eigenen Herzens geht, um Gott zu suchen, wird auf dem Pilgerweg im Gehen oder in den Gesprächen am Wegrand erfahren. Manche suchen auf einem Pilgerweg Abstand vom Alltag und finden Gott.  Der Weg verbindet Kirchengemeinden, Völker und Konfessionen und ist deswegen auch ein Weg, der Europa und viele ländliche Regionen in Kontakt zueinander bringt. Nicht zu Hause, sondern irgendwo fremd erfährt man sich als Gast und als Pilgrim (wörtlich "als einer, der über den Acker geht").

JakobusstatueWer ist eigentlich Jakobus?

Jakobus der Ältere war einer der Schüler Jesu. Er wird auch  Jakobus, der "Ältere" genannt, um ihn von den vielen anderen Jakobussen des Neuen Testamentes zu unterscheiden. Auf vielen Bildern und in Figuren späterer Zeit wird er selbst wie ein Pilger dargestellt: mit einem weiten Mantel, Muschelhut und Pilgerstab, manchmal auch mit Reisetasche und Kalebasse, der mittelalterlichen Feldflasche. Jakobus ist Sohn des Zebedäus und Bruder des Johannes. Zebedäus hatte einen gut gehenden Fischereibetrieb im Norden des Sees Genezaret, besaß ein eigenes Boot und konnte sogar Tagelöhner beschäftigen, was zur Zeit Jesu nicht selbstverständlich war. Jakobus und sein Bruder ließen eines Tages die Netze liegen und brachen auf. Sie wurden "Follower" Jesu von Nazareth, des Heilandes und Gottessohns. Indem sie ihm folgten, nahmen sie die "Unbehaustheit" Jesu auf sich, der einmal sagte: "Die Vögel haben ihre Nester und die Füchse haben ihre Baue, doch der Menschensohn hat nichts, wohin er sein Haupt hinlegen könnte". (Matthäusevangelium 8,20)
Jakobus zählt zum engeren Jüngerkreis um Jesus, zu dem auch sein Bruder Johannes und Simon, genannt Petrus zählte. Die Evangelien berichten, dass Jakobus auch im Garten Gethsemane und bei der Gefangennahme Jesu anwesend war. Jakobus der Ältere spielte auch nach der Auferstehung Jesu wieder eine gewisse Rolle in der frühchristlichen Gemeinde Jerusalems. Sein Martyrium erlitt er in Jerusalem im Jahr 44 n.Chr. unter dem König Agrippa I. (siehe Apostelgeschichte 12,2). Der Gedenktag des Jakobus ist der 25. Juli, an dem besonders viele Pilgerinnen und Pilger unterwegs sind.